AINRING – Till Schöndorfer von der BRK-Bereitschaft Ainring ist Notfallsanitäter und einer der vorbestellten Organisatorischen Leiter (OrgL) im Berchtesgadener Land; bei einer Tagesfortbildung in Mitterfelden hat er rund 40 Ehrenamtliche der heimischen BRK-Bereitschaften und der BRK-Wasserwacht aus dem gesamten Landkreis in Theorie und Praxis auf die seit Januar 2025 in ganz Bayern einheitlich gültige und für die Region spezifizierte Richtlinie für den Massenanfall von Verletzten (MANV) geschult, die die bisherigen Vorgaben von 2016 ersetzt.
Die MANV-Richtlinie wurde vollständig überarbeitet und enthält nun auch die Strukturen und Prozesse aus dem früher separaten REBEL-Konzept, einer Handlungsempfehlung für den „Rettungseinsatz bei besonderen Einsatzlagen“. Die neue Richtlinie befasst sich nicht nur mit Patienten, sondern zusätzlich auch mit Betroffenen und Exponierten, also weiteren Menschen, die bei größeren Schadenslagen direkt oder indirekt betroffen oder gefährdet sind.
Es gelten landesweit für alle Organisationen standardisierte und konkret definierte Abläufe für Ersteinschätzung, Vorsichtung, Kennzeichnung und Registrierung von Patienten und Betroffenen; auch die Kennzeichnung von Führungskräften mit Funktionswesten ist einheitlich geregelt, damit insbesondere überörtliche Kräfte sofort wissen, wer welche Aufgabe hat und wer ihr Ansprechpartner ist. Vorab definierte Abläufe und Checklisten wie für Erstmaßnahmen und Führungsverfahren sollen die Einsatzleitung in der Taktik unterstützen, wobei neue Erkenntnisse aus Übungen, größeren Einsätzen und neuen einsatztaktischen Anforderungen berücksichtigt wurden, um eine praxisnähere, realistischere und effektivere Bewältigung von MANV-Einsätzen zu gewährleisten.
Mit den Sanitäts- und Betreuungsfahrzeugen stellten die heimischen Ehrenamtlichen dann dar, wie die Prozesse im Einsatzabschnitt Transport konkret ablaufen sollen. In Gruppenarbeiten beschäftigten sie sich mit den Aufgaben und Herausforderungen in den verschiedenen Einsatzabschnitten und stellten die Ergebnisse dann im Plenum vor. „Vielen Dank an unsere Nachbarn vom Technischen Hilfswerk, dass wir zusätzlich ihr Gebäude und ihr Gelände mit nutzen durften“, sagt der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter und Organisator Moritz Jellinek.







