ANGER – Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger waren am Sonntagnachmittag gleichzeitig bei zwei Einsätzen am eigentlich gesperrten Rundweg um den Höglwörther See und am Mittleren Steig nordwestlich der Stoißer Alm am Teisenberg im Einsatz, wo eine 62-jährige Salzburgerin und eine 57-Jährige aus dem Landkreis Altötting auf den eisigen Wegen ausgerutscht und gestürzt waren.
Kurz nach 14 Uhr brauchte eine 62-jährige Salzburgerin Hilfe, die auf dem wegen der aktuell eisigen Verhältnisse und wegen Baumfällarbeiten gesperrten Weg um den Höglwörther See gestürzt war und sich sehr schmerzhaft am Becken verletzt hatte. Die Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes und die Bergwacht fuhren auf der Westseite über die Ramsauer Straße an, stiegen am Weg entlang der Kaskaden des Höglwörther Seebachs zur Einsatzstelle an der Einmündung ab, versorgten die Verunfallte, brachten sie mit der Radltrage hinauf zum Rettungswagen und lieferten sie dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall ein. Vier Angerer und zwei Reichenhaller Bergretter waren rund eine Stunde lang im Einsatz. Trotz des in weiten Abschnitten vereisten Wegs und der aktuellen Sperre mit Barken und zusätzlichen Bannern waren am Sonntag sehr viele Menschen rund um den See unterwegs.
Gegen 14.30 Uhr ging ein weiterer Notruf vom Mittleren Steig am Teisenberg ein, wo eine 57-Jährige aus dem Landkreis Altötting nordwestlich der Stoißer Alm im Abstieg nach Neukirchen auf einer Eisplatte ausgerutscht war und sich den Arm gebrochen hatte. Zwei weitere Bergretter aus Anger und fünf weitere Bergretter aus Bad Reichenhall rückten aus und fuhren aufgrund der unklaren Wegverhältnisse zunächst mit dem Raupen-All-Terrain-Vehicle (ATV) an, konnten dann aber mit dem Reichenhaller Rettungsfahrzeug mit Schneeketten bis zur Patientin nachrücken und sie nach medizinischer Erstversorgung durch den Reichenhaller Bergwacht-Notarzt hinunter nach Loch bei Neukirchen fahren, wo sie die Rettungswagen-Besatzung des Teisendorfer Roten Kreuzes übernahm und dann in die Kreisklinik Trostberg einlieferte. Die Bergwacht war bis 17.30 Uhr im Einsatz.
Aufgrund der abgelegenen Einsatzstelle und der anspruchsvollen Wegverhältnisse auf der Anfahrt mussten die Frau und ihr Begleiter gute 40 Minuten auf Hilfe warten; insbesondere im Schatten kann so eine Situation im Winter auch lebensgefährlich werden, weshalb man zumindest immer eine Rettungsdecke oder besser einen Biwaksack mitnehmen sollte. Aufgrund der Inversionswetterlage hält sich im Tal und in schattigen Lagen der Frost; Grödel machen deshalb auch bei ganz normalen Spaziergängen Sinn und helfen Stürze auf Eisplatten zu verhindern.
Bereits am 11. Januar musste die Bergwacht Teisenberg-Anger nach den anhaltenden Schneefällen in der Nacht gegen 5.30 Uhr zum Hellmannsberg am Högl ausrücken, wo der Teisendorfer Rettungswagen wegen der winterlichen Straßenverhältnisse nicht bis zu einem internistisch erkrankten und gestürzten 85-Jährigen anfahren konnte; als dann der Schneeflug kam und die Straße freiräumte, war die Bergwacht nicht mehr notwendig und konnte auf der Anfahrt wieder umkehren.
In der frostigen Nacht vom 4. auf den 5. Januar suchten die Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger und die Such- und Lawinenhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau in Kirchberg und auf der angrenzenden Bürgermeisterhöhe nach einem vermissten 86-jährigen Polen, der dann am 6. Januar wohlbehalten auftauchte, da er zu seiner Enkelin nach Polen gefahren war, ohne dass das die anderen Verwandten in Reichenhall wussten.

