· Einsätze

Ehrenamtliche Helfer versorgen und betreuen Einsatzkräfte beim Brand des Kehlsteinhauses

Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und IMS Rettungsdienst mit 60 Einsatzkräften und umfangreicher Logistik zur Unterstützung der heimischen Feuerwehren gefordert

BERCHTESGADEN/SALZBERG – Als am Freitagabend kurz nach 21.30 Uhr der Brand des Kehlsteinhauses (wir berichteten) gemeldet wurde, begann auch für rund 60 ehrenamtliche Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (Bereitschaften und Bergwachten), des Malteser Hilfsdienstes (MHD) und des IMS Rettungsdienst eine lange und anspruchsvolle Nacht: Während die Feuerwehr bei widrigen Wetterverhältnissen mit Regen und Schneefall alles gab, um das Gebäude zu retten, stellten die Hilfsorganisationen mit rund 30 Fahrzeugen die notfallmedizinische Absicherung, die Betreuung und den Wärmeerhalt sicher und versorgten die Einsatzkräfte mit Getränken und Essen. Die beiden Kreisbereitschaftsleiter-Stellvertreter Moritz Jellinek und Walter Söldner bedanken sich bei allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz während einer ungemütlichen schlaflosen Nacht bei widrigen Wetterverhältnissen und bei allen Partner-Organisationen für die kameradschaftliche Zusammenarbeit: „Hinter diesen Leistungen stehen Menschen, die Hand in Hand zusammenarbeiten und ihre Freizeit für unsere Sicherheit investieren!“

Die Bergwacht Berchtesgaden, der Einsatzleiter Rettungsdienst und eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes rückten bereits kurz nach der ersten Alarmierung zur Buswendeplatte aus, um die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung abzusichern (wir berichteten). Zur Ablösung des regulären Rettungsdienstes, für mögliche Patientenversorgungen und -transporte und zur Betreuung und Verpflegung alarmierte die Leitstelle danach zusätzlich die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der ehrenamtlichen BRK-Bereitschaften Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Inzell, Freilassing und Teisendorf, des MHD Bad Reichenhall und des IMS Rettungsdienst aus Surheim. Aufgrund des zunehmend komplexen Einsatzes mit mehreren Abschnitten wurde auch die Sanitätseinsatzleitung (SanEL) nachalarmiert, wobei das Rote Kreuz neben der Unterstützungsgruppe (UG-SanEL) auch den Organisatorischen Leiter (OrgL) und den Leitenden Notarzt (LNA) stellte. Weitere Führungskräfte des Roten Kreuzes hatten bereits zuvor den EL-RD bei der Koordination zwischen den Einsatzabschnitten am Kehlsteinhaus und der Unfallhilfsstelle (UHS) am Dokumentationszentrum unterstützt.

Die Bergwacht bildete mit den Bereitschaften Berchtesgaden, Marktschellenberg und Ramsau einen eigenen Abschnitt zwischen Buswendeplatte und Kehlsteinhaus. Die insgesamt 28 Bergretter sicherten den Feuerwehreinsatz sanitätsdienstlich ab und richteten wegen der kalten, windigen Witterung mit Schneefall knapp unterhalb des Kehlsteinhauses ein Wärmezelt für die eingesetzten Kräfte ein. Darüber hinaus unterstützten sie mit ihren Gebirgstragen den Transport von Material von der Buswendeplatte über den Fußweg hinauf zur Einsatzstelle. Da der reguläre Rückweg direkt am Gebäude vorbei zeitweise zu gefährlich oder nicht passierbar war, richteten sie im unwegsamen Gelände einen seilgesicherten Rückweg ein, der dazu diente, den Feuerwehrleuten einen sicheren Rückzug zu ermöglichen und zu verhindern, dass sie im Bereich des Gipfelkreuzes abgeschnitten werden. Zusätzlich unterstützten drei Kräfte aus Traunstein mit dem Technikbus zur Einsatzlagedarstellung.

Im unteren Abschnitt an der UHS am Dokumentationszentrum kümmerten sich die BRK-Bereitschaften, der MHD und der IMS gemeinsam um ankommende Einsatzkräfte, stellten die medizinische Untersuchung und Versorgung und die Betreuung und Verpflegung mit warmen Getränken und Essen sicher. Bereits kurz vor Mitternacht war die SEG Verpflegung mit einer Feldküche zur Feuerwehr Berchtesgaden ausgerückt und hatte Essen für rund 200 Einsatzkräfte zubereitet, das dann mit Getränken am Dokuzentrum ausgegeben wurde. Insgesamt wurden 98 Einsatzkräfte in der UHS gesichtet und bis zum Einsatzende um 6 Uhr in der Früh betreut. Die BRK-Bereitschaft Berchtesgaden sicherte zu Beginn des Einsatzes den inneren Landkreis ab, da der reguläre Rettungswagen mit am Kehlstein im Einsatz war.