· Pressemitteilung

Ehrenamtliche der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Freilassing-Ainring investieren 2025 über 2.500 Stunden für mehr Sicherheit am Wasser

Kreisvorsitzende Sabrina Schauer (rechts) zeichnete stellvertretend für alle Aktiven (von links) Stefanie Krinke (20 Dienstjahre), Heidi Herzog (25), Martin Gebert (5) und Tanja Hager (35) für ihren jahrelangen Dienst in der Wasserwacht aus; Ortsgruppenvorsitzender Michael Armstorfer (Dritter von rechts) gratulierte.
Michael Armstorfer.
Florian Graf.
Barbara Kuchlbauer.
Das neue Einsatzfahrzeug.
Martin Gebert.
Sabrina Schauer.

FREILASSING (ml) – Mit großem Zusammenhalt und klaren Worten haben die Ehrenamtlichen der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Freilassing-Ainring bei ihrer Jahreshauptversammlung auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Vorsitzender Michael Armstorfer, Technischer Leiter Florian Graf und Jugendleiterin Barbara Kuchlbauer machten deutlich, wie vielfältig und anspruchsvoll die ehrenamtliche Arbeit der derzeit 24 Aktiven (weitere 161 Förderer) inzwischen ist: Insgesamt 2.527 Stunden investierten sie 2025 in Ausbildung, Wachdienste, Einsätze und Jugendarbeit – und damit ganz konkret in die Sicherheit der Menschen in der Region. Kreisvorsitzende Sabrina Schauer zeichnete stellvertretend für alle Aktiven Stefanie Krinke (20 Dienstjahre), Heidi Herzog (25), Martin Gebert (5) und Tanja Hager (35) für ihren jahrelangen Dienst in der Wasserwacht aus.

Einsätze fordern – Schwimmkurse retten Leben
Siebenmal wurde die mobile Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) der Ortsgruppe landkreisweit zu Einsätzen am und im Wasser alarmiert und verzeichnete dabei wieder deutlich schnellere Ausrückzeiten als in den Vorjahren. Besonders in Erinnerung bleibt ein letztlich glimpflicher Vorfall am Freilassinger Ausee Anfang Januar, als ein 13-jähriges Mädchen ins Eis eingebrochen war, aber mit Anleitung von Passanten selbst wieder ans Ufer kam. Für die Wasserwacht zeigt dieser Einsatz zweierlei: Wie schnell gefährliche Situationen entstehen und wie wichtig Aufklärung und richtiges Verhalten sind.Graf betonte, dass sich die intensive Schwimmausbildung der Wasserwacht und die Präventionsarbeit auszahlen und Ertrinkungsunfälle verhindern: „Jeder, der sicher schwimmen kann, bringt ein Stück mehr Sicherheit für alle!“ Sechs Anfängerschwimmkurse mit 64 Kindern führte die Ortsgruppe im vergangenen Jahr durch. Hinzu kamen fast 300 Abnahmen von Schwimm- und Rettungsschwimmabzeichen – vom Seepferdchen bis hin zum Rettungsschwimmabzeichen in Gold. Für die Wasserwacht ist das weit mehr als Vereinsarbeit: Wer Kindern das Schwimmen beibringt, verhindert Unfälle, bevor sie überhaupt passieren. „Unsere ehrenamtlichen Ausbilder übernehmen damit Verantwortung – Woche für Woche, freiwillig und mit großem persönlichem Einsatz“, lobte Armstorfer und bedankte sich stellvertretend für ihr überdurchschnittliches Engagement bei Maria Krinke, Tanja Hager, Heidi Herzog und Michaela und Benno Kuchlbauer. Wiederholt bat er die Stadt Freilassing und reduzierte Eintrittspreise fürs Badylon, da das Training der Wasserwacht ja der Lebensrettung und damit dem Gemeinwohl dient.

Während der Badesaison in den Freibädern Freilassing und Ainring leistete die BRK-Wasserwacht 75 Stunden Wachdienst und war sechsmal mit kleineren Verletzungen aber auch ernsteren Notfällen gefordert. Mit 13 Einsatzkräften und zwei Booten sicherte sie auch wieder die 230 Teilnehmer auf ihrer 200 Meter langen Schwimmstrecke beim Feldkirchner Triathlon ab. Darüber hinaus unterstützte die Ortsgruppe regionale Veranstaltungen wie das traditionelle Entenrennen des Lionsclubs auf der Sur und präsentierte ihre Arbeit bei Veranstaltungen, um neue Ehrenamtliche anzuwerben und mehr finanzielle Unterstützung durch Spenden zu bekommen. Ortsgruppenvorsitzender Michael Armstorfer hat sich 2025 zum Bootsführer weiterqualifiziert und sein Stellvertreter Martin Gebert hat seine Grundausbildung abgeschlossen und ist nun aktive Einsatzkraft in der SEG.

Explodierte Kosten für das neue Einsatzfahrzeug
Zwar freuen sich die Ehrenamtlichen über ihr erst vor wenigen Tagen eingetroffenes neues Allrad-Wasserrettungsfahrzeug, das den altersschwachen Vorgänger nach über 20 Jahren mit knapp über 30.000 Kilometern ersetzt, trotzdem bereiten ihnen die enorm gestiegenen Kosten Sorgen. Allein die vom Landesverband geforderte Umstellung auf die einheitliche Einsatzkleidung hat die Ortsgruppe eine Selbstbeteiligung von rund 7.500 Euro gekostet. Vorsitzender Michael Armstorfer sprach offen und direkt über die finanziellen Herausforderungen: Innerhalb von zwei Jahren zwischen der Bestellung und der Auslieferung stiegen die Anschaffungskosten für das neue Einsatzfahrzeug gesamtwirtschaftlich bedingt von rund 95.000 auf 135.000 Euro und damit um 42 Prozent. Obwohl das Fahrzeug staatlich finanziert ist, muss die Ortsgruppe aufgrund einer organisationsinternen Oberbayern-Regelung einen Eigenanteil von zehn Prozent (13.500 Euro; 4.000 Euro mehr als noch vor zwei Jahren) selbst stemmen, mit dem die Wasserwacht andere strukturschwächere Ortsgruppen in anderen Regionen unterstützt; hinzu kommen Kosten für zusätzliche Ausstattung und ortsspezifisch notwendige Anpassungen. Schon jetzt steht auch fest, dass in absehbarer Zeit auch das zweite, in die Jahre gekommene Mannschaftsfahrzeug ersetzt werden muss, dass die Ortsgruppe auf eigene Kosten zusätzlich betreibt, um schneller und flexibler ausrücken zu können und vor über 16 Jahren gebraucht vom Betreuten Fahrdienst des Roten Kreuzes übernommen hat. Armstorfer machte deutlich: „Wir arbeiten zwar ehrenamtlich, aber unsere Arbeit kostet Geld! Ohne Spenden, kommunale Unterstützung und engagierte Unternehmen wird sie unmöglich. Vielen Dank an alle Förderer, Spender und die Gemeinden und die Stadt, die uns immer wieder weiterhelfen!“

Nachwuchsarbeit mit Begeisterung
Wie lebendig die Wasserwacht ist, zeigte Jugendleiterin Barbara Kuchlbauer in ihrem mittlerweile 13. Bericht: Zwölf Jugendliche zwischen neun und 16 Jahren treffen sich regelmäßig zum Training. An 30 Ausbildungsabenden im vergangenen Jahr übten sie Erste Hilfe, trainierten Rettungstechniken und bereiteten sich auf das Rettungsschwimmabzeichen vor. Sie lernten dabei, wie sie Bewusstlose versorgen, Verletzte transportieren oder sich an winterlichen Gewässern richtig verhalten. Im Schwimmbad trainierten sie unter realistischen und körperlich anspruchsvollen Bedingungen mit Rettungsgurt und Kleidung. Neben aller Disziplin kam aber auch der Spaß nicht zu kurz: Eine Schoko-Osterhasen-Suche im Auwald, eine Funk-Schnitzeljagd im Rotkreuz-Haus, ein Ausflug an die Wachstation am Abtsee oder ein eigens gestaltetes Escape-Spiel zum Jahresabschluss stärken den Teamgeist. Kuchlbauer brachte es auf den Punkt: „Die Jugend von heute sind die Einsatzkräfte von morgen!“

Gemeinschaft trägt das Ehrenamt
Aktuell zählt die Ortsgruppe 185 Mitglieder, davon 24 aktive Einsatzkräfte in der SEG. Dass diese Arbeit möglich ist, verdankt die Wasserwacht nicht nur dem Engagement ihrer Mitglieder, sondern auch dem Rückhalt durch Familien, Arbeitgeber, Kommunen und den Kreisverband des Roten Kreuzes. Sie halten den Rücken frei, unterstützen finanziell und stellen Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung.Ihr rettet nicht nur bei Euren Einsätzen Leben, sondern bildet auch aus, klärt auf, motiviert junge Menschen und stärkt den Zusammenhalt in der Region – mit Herz, Fachwissen und großem ehrenamtlichem Einsatz. Oder wie es Eure Jugend formuliert: Warum ich helfe? Weil ich es kann!“, lobt Kreisvorsitzende Sabrina Schauer, die sich wie Vertreter der Stadt und Gemeinden, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) persönlich für die ehrenamtliche Leistung bedankte. Wer Interesse hat, bei der Wasserwacht mitzumachen, kann gerne vorbeikommen. Die Ortsgruppe trifft sich jeden Mittwoch um 19 Uhr abwechselnd im BRK-Haus oder im Badylon. Der nächste Dienstabend am Rotkreuzhaus findet am 4. März statt. Die Jugend trifft sich jeden Mittwochabend von 17.45 bis 18.45 Uhr.