· Pressemitteilung

BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Bad Reichenhall blickt auf forderndes Jahr zurück und startet Crowdfunding für neue Ausrüstung

Rudi Schierghofer (links), der Ehrenkreisvorsitzende der BRK-Wasserwacht, zeichnete (von links) Barbara Paul-Kabelitz (40 Dienstjahre), Hannah Rochart (10), Lukas Moltke (20), Sara Hauke (5), Matthias Eisenschink (20) und Helga Winkler (50) für jahrelange ehrenamtliche Arbeit aus; Ortsgruppenvorsitzender Siegi Hauber (rechts) gratulierte seinen Kameraden.

BAD REICHENHALL (ml) – Der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Bad Reichenhall fehlen aktuell rund 25.000 Euro für neue Ausrüstung, weshalb in den kommenden Wochen ein regionales Crowdfunding-Projekt startet. Bei ihrer Jahreshauptversammlung haben die Freiwilligen auf ein intensives und arbeitsreiches Jahr 2025 mit zehn Einsätzen ihrer mobilen Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), 23 weiteren Einsätzen beim Wachdienst am Thumsee und über 4.800 ehrenamtlich geleisteten Stunden zurückgeblickt. Vorsitzender Siegfried Hauber und Technischer Leiter Lukas Moltke stellten dabei nicht nur Zahlen vor, sondern machten vor allem deutlich, welche Themen die Ortsgruppe aktuell besonders beschäftigen: steigende Anforderungen im Einsatzdienst, wachsende Aufgaben im Hochwasserschutz, hohe Investitionskosten und eine weiterhin stark nachgefragte Kinder- und Jugendarbeit. Rudi Schierghofer, der Ehrenkreisvorsitzende der BRK-Wasserwacht, zeichnete Barbara Paul-Kabelitz (40 Dienstjahre), Hannah Rochart (10), Lukas Moltke (20), Sara Hauke (5), Matthias Eisenschink (20) und Helga Winkler (50) für jahrelange ehrenamtliche Arbeit aus.

Vorsitzender Hauber: „Unsere Einsatzbereitschaft muss gesichert bleiben!“
„Ob im Wasserrettungsdienst, bei Sanitätsdiensten, in der Ausbildung oder in der Jugendarbeit – unsere Ehrenamtlichen haben auch 2025 wieder gezeigt, dass sich die Gesellschaft auf sie verlassen kann!“, lobte Hauber seine Kameraden, der zugleich aber auch die finanziellen Herausforderungen ansprach, die die Freiwilligen bedrücken: Hintergrund ist die neue „STAN WRD – SEG-mobil“, die seit dem vergangenen Jahr gilt. Diese landesweit vorgegebene Struktur- und Ausstattungsrichtlinie verpflichtet die einzelnen Ortsgruppen, ihre Ausstattung anzupassen; für Bad Reichenhall bedeutet das erhebliche Investitionen – ohne zusätzliche staatliche Förderung. Hinzu kommt ein neuer Geräteanhänger zur Abwehr urbaner Hochwassergefahren, der zwar in der Anschaffung komplett staatlich finanziert ist; die organisationsinterne Oberbayern-Regelung bürdet der Ortsgruppe aber einen Eigenanteil von zehn Prozent (4.500 Euro) auf, mit dem die Wasserwacht andere strukturschwächere Ortsgruppen in anderen Regionen unterstützt; hinzu kommen weitere Kosten für noch fehlende ortsspezifische Ausstattung. Mit Hilfe der Sparkassen-Bürgerstiftung konnte letztes Jahr bereits ein Hochwasserrettungsboot für rund 9.000 Euro finanziert werden. Dennoch fehlen für die vollständige Ausrüstung aktuell rund 25.000 Euro. Deshalb startet die Wasserwacht in den kommenden Tagen ein Crowdfunding-Projekt. Hauber appellierte an die Bevölkerung und an Unternehmen in Stadt und Landkreis, die Aktion zu unterstützen: „Unsere Ehrenamtlichen stehen rund um die Uhr bereit. Damit wir im Ernstfall schnell helfen können, brauchen wir die passende Ausrüstung!“ Genauso hilfreich und wertvoll wie gute Ausrüstung ist laut Hauber aber auch eine eingespielte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den regionalen Partner-Organisationen, die sich insbesondere bei komplexen Hochwasser- und Großschadenslagen bewährt.

Zehn SEG-Einsätze und 23 Einsätze beim Wachdienst am Thumsee
Technischer Leiter Lukas Moltke berichtete von zehn Einsätzen der mobilen Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), viel Ausbildung und wachsender Verantwortung: Insgesamt leisteten die Aktiven 95 Stunden bei Einsätzen im Wasserrettungsdienst. Dazu kamen 82 Stunden bei Sanitätsdiensten und 115 Stunden bei öffentlichen Veranstaltungen. Am Thumsee übernahmen die Ehrenamtlichen 540 Stunden Wachdienst. Dabei leisteten sie 19 Mal Erste Hilfe, retteten einen Menschen aus dem Wasser und unterstützten bei einer Vermisstensuche. Zusätzlich versorgten sie zwei im Straßenverkehr Verunfallte. Die SEG war zehnmal im gesamten Landkreis gefordert, unter anderem wegen Verunfallten in der Ache bei Marktschellenberg und am Königssee, zwei Wasserleichen in der Berchtesgadener Ache und in der Saalach bei Piding, eine Vermisstensuche in der Schönau, eine Sachbergung für die Polizei, drei Canyon-Einsätze in der Almbachklamm und in der Weißbachschlucht und eine Kajakbergung aus der Saalach bei Bad Reichenhall. Den Höglwörthersee-Triathlon sicherten acht Einsatzkräfte mit Booten, Rettungsbrett und Einsatzfahrzeug ab, wobei sie drei Wasserrettungen durchführen mussten. Die Veranstaltung „Thumsee brennt“ begleiteten sechs Einsatzkräfte zusammen mit der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall und der Freiwilligen Feuerwehr.

Moltke machte deutlich, dass die wachsenden Anforderungen nur durch intensive Ausbildung bewältigt werden können. 1.515 Stunden investierte die Ortsgruppe in die Ausbildung, weitere 1.232 Stunden ins Schwimmtraining. Acht neue Rettungsschwimmer für den Wasserrettungsdienst, fünf neue Wasserretter und ein Fließwasserretter konnten 2025 ausgebildet werden. Der Ausbildungsstand der aktiven Mannschaft ist breit gefächert: von Motorbootführern und Einsatztauchern über Canyonretter bis hin zu speziell geschulten Kräften für die hubschraubergestützte Wasserrettung. „Diese Qualifikationen sind notwendig, um auch im alpinen und voralpinen Gelände sicher arbeiten zu können“, betonte Moltke, der seinen Kameraden Kevin Sindberg, Kevin Bein, Andrea Gasser, Sarah Mauerer und Sebastian Maurer zur bestandenen Wasserretterausbildung gratulierte.

Hohe Nachfrage und lange Warteliste
In der Kindergruppe trainieren derzeit 43 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren, in der Jugendgruppe 46 Jugendliche zwischen neun und 17 Jahren. Die Nachfrage ist hoch: Mehr als 30 Kinder stehen auf der Warteliste. Neben dem wöchentlichen Training organisierten Jugendleiterin Julia Gierl und ihr Team zahlreiche Aktivitäten – vom Besuch bei anderen Wasserwacht-Ortsgruppen über gemeinsame Veranstaltungen bis hin zum fünftägigen Zeltlager am Waginger See mit 47 Kindern und 19 Betreuern. 24 Kinder nahmen an Anfängerschwimmkursen teil, elf bestanden das „Seepferdchen“. Neu eingeführt wurde ein eigener Wassergewöhnungskurs, um Kindern frühzeitig und angstfrei den Zugang zum Element Wasser zu ermöglichen. Damit leistet die Wasserwacht einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Wasser – gerade vor dem Hintergrund zunehmender Nichtschwimmerzahlen.

Solide Finanzen – aber hohe Investitionen stehen bevor
Kassenwart Barbara Paul-Kabelitz berichtete von Gesamteinnahmen in Höhe von fast 31.600 Euro bei Ausgaben von über 25.500 Euro im vergangenen Jahr. Trotz des soliden Finanzpolsters kann die Ortsgruppe aber die anstehenden Investitionen in die Ausrüstung nur stemmen, wenn bei ihrer Crowdfunding-Aktion die benötigten 25.000 Euro zusammenkommen. 2026 werden auch nach einem Beschluss der Kreis-Wasserwacht die Mitgliedsbeiträge von Kindern und Jugendlichen landkreisweit einheitlich an die Erwachsenen angeglichen; alle zahlen dann 25 Euro.

Die BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Bad Reichenhall ist aktuell zwar fachlich und personell gut aufgestellt. Gleichzeitig wachsen aber die Anforderungen – insbesondere im Hochwasser- und Katastrophenschutz. Um auch künftig schnell und professionell helfen zu können, setzen Hauber und sein Team auf intensive Ausbildung, starke Jugendarbeit und die Unterstützung der Bevölkerung bei den anstehenden Investitionen.