LAUFEN (ml) – Die ehrenamtliche BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Laufen-Leobendorf hat bei ihrer Jahreshauptversammlung auf einen vor allem durch den durchgehend verregneten Juli eher einsatzarmen Sommer zurückgeblickt, die dadurch gewonnene Zeit aber sinnvoll für insgesamt fast 900 Stunden in der Aus- und Fortbildung genutzt. Trotz der vielen Regentage kamen am Abtsee fast 700 Wachstunden zusammen, bei denen die Freiwilligen neben kleineren Erste-Hilfe-Leistungen auch eine Frau mit gebrochenem Fuß versorgen, eine Operationswunde neu verbinden und wegen eines ausgerissenen Ohrrings helfen mussten. Die mobile Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) rückte fünfmal aus, darunter am 4. Januar zu einem Eiseinbruch am Freilassinger Ausee, am 16. Juli wegen einer abgestürzten Arbeitsplattform mit einem schwer Verletzten auf der Ache bei Marktschellenberg, am 22. August wegen einer abgestürzten schwer verletzten Frau am Königssee-Ostufer, am 17. September wegen eines toten Schafs in der Salzach und am 15. Dezember wegen einer Wasserleiche in der Saalach bei Piding. Bei zwei Sanitätsvorsorgediensten während der Beachparty und dem Schifferstechen auf der Salzach kamen weitere 45 Stunden zusammen. Ohne die Menschen, die sich anhaltend über lange Zeit hinweg in ihrer Freizeit engagieren, wäre all dies nicht möglich; der Ehrenvorsitzende der BRK-Kreis-Wasserwacht, Rudi Schierghofer, zeichnete deshalb Erwin Scharf für unglaubliche 40 Jahre und Bernhard Mayer für zehn Jahre ehrenamtlichen Dienst aus.
Ortsgruppenvorsitzender Christoph Scharf ist stolz auf seine motivierte Mannschaft, zog Bilanz zu den gemeinsamen Erfolgen der letzten Jahre, lobte den Zusammenhalt und die extrem gute Gemeinschaft und dankte der Gemeinde Saaldorf-Surheim und der Stadt Laufen für die anhaltende finanzielle Unterstützung; er wertschätzte insbesondere Hans Feil, der beim Neubau des Feuerwehrhauses mit viel Herzblut die dort integrierte Wasserrettungswache ermöglicht hatte und sich in seinem Abschiedsgrußwort als Bürgermeister bei den Ehrenamtlichen für das gute Miteinander während seiner Amtszeit bedankte. Laufens Feuerwehrvereinsvorsitzender Michael Höglauer blies ins gleiche Horn, bekräftigte die gute Zusammenarbeit und erinnerte an die jüngste gemeinsame Eisrettungsübung bei der Pferdeschwemme am Gut Biburg. Neben dem dritten Bürgermeister von Saaldorf-Surheim, Robert Eder war auch der Laufener Bürgermeisterkandidat Christian Burr anwesend, der selbst seit vielen Jahren Wasserwachtmitglied ist.
Jugendleiterin Marion Scharf blickte zurück auf ihre eigenen Anfänge in der BRK-Wasserwacht, „als fast nur Männer dabei waren und Frauen doppelt so viel leisten mussten, um halb so viel Anerkennung zu bekommen.“ Das hat sich mit der Zeit alles geändert; aktuell kümmert sie sich in ihrer neuen Jugendgruppe um sieben Mädchen zwischen zehn und zwölf Jahren, die während des Winters im Badylon und im Sommer am Abtsee trainieren, üben, mit dem Rettungsboot mitfahren dürfen und in der Wache am Theorie- und Praxisunterricht teilnehmen. Highlights waren 2025 ein Besuch des Oberndorfer Christkindlmarkts, eine Eisrettungsübung und eine Müllsammelaktion mit der Feuerwehrjugend. Heuer ist ein Ausflug zur Berchtesgadener Wasserwacht an den Königssee mit einer Wanderung an die Fischunkelalm am Obersee geplant. Alexandra Heßberger von der BRK-Bereitschaft Ainring hatte für die BRK-Wasserwacht und den Löschzug Leobendorf einen gemeinsamen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder von sieben bis zehn Jahren durchgeführt, der wegen der großen Nachfrage 2026 wiederholt wird; die Buben und Mädchen lernen dabei spielerisch, wie man im Ernstfall helfen kann und den Notruf absetzt.
Der Technische Leiter Nico Grothaus zeichnet für die Aus- und Fortbildung seiner Kameraden (fast 900 Stunden) verantwortlich, die ständig am Ball bleiben müssen, um im Ernstfall fit zu sein: Deshalb fanden jeden Montag Dienstabende statt (fast 400 Stunden), im Winter alle 14 Tage Schwimmtraining im Badylon, Übungen an der Salzach, am Abtsee, zur Vermisstensuche am Pettinger Weidsee und zur Wildwasserrettung am Seimei Beach an der Berchtesgadener Ache (30 Stunden). Die Laufener Wasserwacht stellt auch Einsatzleiter Wasserrettungsdienst für den gesamten Landkreis, die sich genauso wie die Einsatztaucher (Pflichttauchgänge, Fortbildungsabend und G31-Untersuchung) regelmäßig fortbilden müssen. Vanessa Apprich, Leni Geigel und Tamina Backe waren 2025 angehende Einsatzkräfte der Ortsgruppe und absolvierten an neun Tagen von Ende September bis Anfang November in insgesamt fast 250 Stunden ihren Lehrgang zu den Grundlagen der Wasser- und Fließwasserrettung. Shetty Ayed und Kevin Klinger bildeten sich von April bis Oktober in fast 130 Stunden an sechs Tagen und mit Ausbildungsfahrten jeden Donnerstagabend am Waginger See zum Bootsführer fort. Zehn Stunden pro Anwärter sind Pflicht; wir waren zwischen 13 und 15 Stunden pro Anwärter auf dem See“, erklärt Grothaus. Neben den Grundlagen lernten die Bootsanwärter unter anderem, wie man in riskanten Situationen reagiert, auf engem Raum wendet, an- und ablegt und Boot an Boot mit gleicher Geschwindigkeit fährt. Besondere Höhepunkte waren Besichtigungen der Leitstelle Traunstein und der Pathologie in Salzburg, die 75-Jahr-Feier der Berchtesgadener Wasserwacht und der von der Ortsgruppe betreute Teil des landkreisweiten Wasserretterlehrgangs am Abtsee. Zwei Wasserretterinnen durften an der neuen Rettungswache in Surheim ein Praktikum im Landrettungsdienst absolvieren.




