BERCHTESGADEN/BISCHOFSWIESEN/SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE – Die Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden waren während der Weihnachtsferien intensiv gefordert und mussten von Dezember bis einschließlich 11. Januar zu insgesamt 32 Einsätzen ausrücken, davon allein zehn im Januar. Der Großteil der Unfälle ereignete sich bei winterlichen Aktivitäten – vor allem Schlitten- und Skiunfälle am Jenner und am Götschen hielten die Ehrenamtlichen auf Trab. Trotz der zeitweise auch hohen Einsatzfrequenz während der Wintermonate bleibt der Sommer weiterhin die intensivste Zeit für die Bergwacht Berchtesgaden. Ein Blick auf die Gesamtzahlen unterstreicht die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit: Für das Jahr 2025 verzeichnet die Bergrettungswache Berchtesgaden 325 Einsätze.
Arbeitsintensiv verlief der Dreikönigstag: Gegen 13.50 Uhr ging zunächst ein Notruf vom Carl-von-Linde-Weg ein. Dort war eine 75-jährige Wanderin aus der Oberpfalz gestürzt und mit starken Rückenschmerzen liegengeblieben. Die Bergretter versorgten die Frau gemeinsam mit dem Wirt des Windbeutelbarons als Ersthelfer und einer Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes, die sie dann auch in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte. Nur kurze Zeit später folgte der nächste Alarm; in der Nähe des Jenner-Spinnergrabens hatte sich ein Schlittenunfall ereignet: Eine 23-Jährige war vom Weg abgekommen und durch den Bergwald gestürzt, wobei sie sich nach erster Einschätzung schwerer an der Schulter verletzt hatte. Die Bergwacht versorgte sie gemeinsam mit der Notärztin des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“, zog sie seilgesichert im Luftrettungssack zurück auf den Weg, wo der Heli zum Einladen landen konnte. Für die beiden zeitgleichen Einsätze am Feiertag waren insgesamt sieben Bergretter im Einsatz.
Am vergangenen Samstag und Sonntag waren die Bergretter bei vier Einsätzen gefordert: Am Samstag verletzte sich um 10 Uhr ein 56-jähriger Einheimischer bei einem Sturz am Krautkaser-Zielhang schwer an der Schulter; der alarmierte Vorsorgedienst der Berchtesgadener Bergwacht und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ versorgten den Mann und flogen ihn dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Der Pistenvorsorgedienst am Götschen musste am frühen Nachmittag einen 13-jährigen Buben aus dem Landkreis Rosenheim versorgen, der kurz bewusstlos war und dann mit einem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert wurde. Am Sonntagvormittag verletzte sich am Götschen ein zwölfjähriges Mädchen aus dem nördlichen Landkreis an der Schulter und eine 52-jährige Flachgauerin schwer am Unterschenkel. Die 52-Jährige kam nach Erstversorgung durch die Bergwacht und den Reichenhaller Notarzt mit einem Berchtesgadener Rettungswagen ins Salzburger Unfallkrankenhaus.
Darüber hinaus war die Bergwacht bei vielen weiteren Einsätzen gefordert, darunter am 4. Januar ein 19-jähriger Einheimischer, der sich kurz nach 15 Uhr beim Rodeln am Jenner an der Schulter verletzt hatte und dann mit einem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert wurde, am 1. Januar gegen 14 Uhr ein verletzter neunjähriger Bub aus Nordrhein-Westfalen am Jenner-Mitterkaser, der nach Versorgung durch die Bergwacht und den Berchtesgadener Notarzt mit dem Berchtesgadener Krankenwagen ins Salzburger Landeskrankenhaus eingeliefert wurde.
Am 30. Dezember brach sich gegen 15 Uhr ein 43-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim unterhalb der Bergstation am Jenner den Oberarm; die Bergwacht und der Berchtesgadener Notarzt versorgten ihn; per Rettungswagen gings dann von der Talstation weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Am 29. Dezember mussten die Bergwacht und „Christoph 14“ mittags wegen einer ausgerenkten Kniescheibe zum Malerwinklrundweg am Königssee ausrücken. Am 28. Dezember brauchte kurz nach 14 Uhr am Jenner-Stachus eine am Fuß verletzte 38-Jährige aus Hessen Hilfe, die nach Erstversorgung durch die Bergwacht per Rettungswagen in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert wurde. Bereits gegen 12.30 Uhr musste die Bergwacht zu einer 27-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen an der Jenner-Mittelstation ausrücken, die wegen einer Beinverletzung dann mit dem Freilassinger Rettungswagen zur Kreisklinik Bad Reichenhall gefahren wurde. Am 23. Dezember rückte die Bergwacht kurz nach 15 Uhr zu einem Unfall am Jenner-Mitterkaser aus. Am 19. Dezember mussten die Bergwacht und „Christoph 14“ gegen 14 Uhr einen Verletzten vom Stahlhaus am Torrener Joch retten; gegen 11.30 Uhr brauchte ein am Kopf Verletzter am Jenner-Mitterkaser Hilfe. Am 10. Dezember war kurz nach 15 Uhr ein Fußgänger am Jenner-Krautkaser auf einer Eisplatte ausgerutscht und so schwer gestürzt, dass ihn die Bergwacht und „Christoph 14“ notärztlich versorgen und retten mussten. Am 1. Dezember war die Bergwacht an einer nächtlichen Vermisstensuche in der Unterschönau beteiligt; ein Suchhundeteam der Bergwacht Ramsau fand die vermisste 31-Jährige dann im steilen Bergwald am Grünstein; die ehrenamtlichen Einsatzkräfte versorgten sie mit der Berchtesgadener Notärztin, brachten sie ins Tal und lieferten sie dann mit einem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes in die Kreisklinik Bad Reichenhall ein.



