BAD REICHENHALL – Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger waren am Freitag, Samstag und Dienstag zur Unterstützung der Reichenhaller Feuerwehr beim Vegetationsbrand am oberen Hochstaufen-Goldtropfsteig im Einsatz, mussten während der vergangenen Tage aber auch zu weiteren teilweise zeitgleichen Einsätzen ausrücken, um Verletzte, akut Erkrankte, Erschöpfte und Verstiegene zu retten.
Am Montagnachmittag (3. August) brauchte gegen 15.45 Uhr ein 38-jähriger ehemaliger Berchtesgadener aus Hamburg Hilfe, dem im Pidinger Klettersteig auf der Nordseite des Hochstaufens knapp unterhalb der Schlüsselstelle die Kraft verlassen hatte und der mit krampfenden Armen Angst hatte, im weiteren Aufstieg in sein Set zu stürzten und sich dabei zu verletzen. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ nahm in Urwies einen Reichenhaller Bergretter auf und rettete den Unverletzten mit der Winde aus der Wand, wobei der Einsatz nur knapp eine halbe Stunde dauerte.
Am Sonntagvormittag (2. August) war gegen 10.50 Uhr ein 58-Jähriger aus dem Salzburger Flachgau im Bereich des Felsentors an der Vorderen Abfahrt am Predigtstuhl vom Weg in die Legföhren gestürzt, wobei er sich den linken Fuß gebrochen und ausgerenkt hatte. „Christoph 14“ setzte den Notarzt und einen Reichenhaller Bergretter an der Unfallstelle ab, die den Mann auf den Steig zurückbrachten, versorgten und so im Rettungssitz sicherten, dass ihn der Heli zusammen mit dem Arzt per Winde aufnehmen und direkt zur Kreisklinik Bad Reichenhall fliegen konnte, bevor er in einem zweiten Anflug den Bergretter abholte. Während des Einsatzes ging gegen 11.50 Uhr ein weiterer Notruf von den Schwarzbachalmen an der Ostseite der Reiteralpe ein, wo ei 37-jähriger Salzburger bei der Talfahrt über den Lenker seines Gravelbikes abgestiegen war und sich neben diversen Schürfwunden das Schlüsselbein gebrochen hatte; sein Helm ging beim Aufprall zu Bruch, bewahrte ihn aber offensichtlich vor lebensgefährlichen Verletzungen. Die Besatzung des Rettungsfahrzeugs der Reichenhaller Bergwacht fuhr vom Zwischenlandeplatz in Bayerisch Gmain zum Festplatz, nahm dort einen Bergwacht-Notfallsanitäter auf und brachte ihn zur Einsatzstelle. Nach notfallmedizinischer Erstversorgung kam der Mann mit dem Bergwachtauto zur Kreisklinik Bad Reichenhall, wobei der Einsatz um 13 Uhr vorbei war.
Am Freitagabend (31. Juli) wurde die Bergwacht zusammen mit der Feuerwehr um 19.30 Uhr zu einem durch Blitzeinschlag verursachten Vegetationsbrand am oberen Hochstaufen-Goldtropfsteig alarmiert (wir berichteten), wobei die Einsatzkräfte dann zunächst auf Weisung des Örtlichen Einsatzleiters (ÖEL) in der Nacht auf Samstag vorsichtshalber vom nur wenige hundert Meter entfernten Reichenhaller Haus 15 Gäste, die beiden Wirtsleute und zwei Hunde mit dem Polizeihubschrauber „Edelweiß 8“ am Landeplatz oberhalb der Hütte aufnahmen und bis 3.30 Uhr in mehreren Flügen ins Tal nach Urwies brachten. Am Samstag (1. August) sicherten jeweils zwei Bergretter ab 6 Uhr in der Früh und nach dem hitzebedingten Schichtwechsel ab 13 Uhr die Transport- und Löschflüge sowie die Arbeiten der Feuerwehr mit Seilgeländern im Absturzgelände ab; der Einsatz wurde dann um 15 Uhr wegen einer weiteren Gewitterwarnung für den späten Nachmittag abgebrochen, musste am Dienstagmorgen aber fortgesetzt werden, da am Montagabend erneut über Notruf von der Brandstelle aufsteigender Rauch gemeldet worden war.
Bereits am 29. Juli war die Reichenhaller Bergwacht zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Weißbach am Blausteig westlich der Zwieselalm in Richtung Gamsknogel im Einsatz, wo gegen 12 Uhr ein Wanderer eine rund 70 Zentimeter breite Brandstelle gemeldet und so weit wie möglich selbst mit den Schuhen ausgetreten und mit Wasser abgelöscht hatte, so dass sich das Feuer nicht weiter ausbreiten konnte. Die Einsatzkräfte stiegen mit Feuerpatschen, Löschrucksäcken und Handwerkzeug vom Jochberg aus auf, öffneten vorsichtshalber zur Suche nach Glutnestern den Boden und kontrollierten aufgrund der trockenen Witterung die Umgebung.
Am 22. Juli hatte sich gegen 13.40 Uhr eine 63-Jährige aus Baden-Württemberg in der Mitte der Weißbachschlucht das Knie verdreht; die wegen des fehlenden Handynetzes über Satellitentelefon verständigte Leitstelle Traunstein schickte die Bergwacht los, die die Frau versorgte, rund die Hälfte der weiten Strecke mit der Rad-Gebirgstrage und dann weiter mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) zum unteren Weinkaser brachte, wo sie eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes übernahm und dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall brachte.
Am 17. Juli hatte sich ein 36-jähriger jetzt in Freising lebender Einheimischer beim Aufstieg über die Arzkasten auf der Nordseite des Hochstaufens verhaut und dann beim Abstieg nicht mehr zurückgefunden, wobei er schließlich im wilden Gelände in Richtung Klettersteig nicht mehr weiterkam und gegen 8.40 Uhr den Notruf wählte. „Christoph 14“ machte sich mit zwei Reichenhaller Bergrettern auf die Suche, die etwas länger dauerte, da der Mann hinter einer Felsnase versteckt saß; der Heli setzte dann nacheinander beide Bergretter mit der Winde ab, die einen Standplatz bohrten, sich zum 36-Jährigen abseilten, ihn sicherten und dann seilversichert so weit nach oben brachten, dass ihn der Heli mit der Winde aufnehmen konnte. Da er sich diverse Schürfwunden zugezogen hatte, begab er sich anschließend selbst in ärztliche Behandlung.
Am 12. Juli ging kurz nach 14 Uhr ein Notruf vom Bayerisch Gmainer Maisrundweg ein, wo eine akut erkrankte 86-Jährige am Pumphäusl notärztliche Hilfe brauchte. Eine Bergretterin aus Bayerisch Gmain übernahm die Erstversorgung, bis ihre Kameraden eintrafen, die Patientin mit dem Rettungsfahrzeug bis zum Bergfriedhof brachten und dort an den Landrettungsdienst des Reichenhaller Roten Kreuzes übergaben, der die in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte.
Am 11. Juli ging um 12 Uhr ein Notruf vom Hirschangerkopf (Reichenhaller Hochthron) auf der Westseite des Untersbergs ein, wo ziemlich genau an der Landesgrenze ein akut erkrankter 28-jähriger Oberpfälzer notärztliche Hilfe brauchte. „Christoph 14“ brachte Notarzt und Bergretter zur Einsatzstelle, nahm den erstversorgten jungen Mann dann mit der Winde auf und flog ihn direkt zur Kreisklinik Bad Reichenhall.
Am 8. Juli verletzte sich eine 24-Jährige aus Rheinland-Pfalz am Hochplateau der Reiteralpe schwer am Sprunggelenk, die dann von ihren Kameraden zum Lenzenkaser gebracht wurde; wegen Nebel konnte zunächst eineinhalb Stunden lang kein Heli fliegen, so dass ein Notfallsanitäter der Bundeswehr die Frau versorgen musste, bis „Christoph 14“ dann durchkam, die Patientin zur Kreisklinik Bad Reichenhall brachte und den für einen bodengebundenen Abtransport alarmierten Einsatzkräften der Bergwachten im Saalachtal und dem Bergwacht-Notarzt einen stundenlangen Fußmarsch ersparte.

















