BERCHTESGADENER LAND – Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger waren während der vergangenen hochsommerlichen Tage bei sieben Einsätzen gefordert. Am späten Dienstagvormittag (30. Juni) brauchte gegen 11 Uhr ein 28-jähriger Mann aus dem Landkreis Freising mit akuter allergischer Reaktion notärztliche Hilfe, den bei Arbeiten im Frauenwald am Teisenberg ein Insekt gestochen hatte. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ setzte ihren Notarzt mit der Winde beim Patienten ab und brachte dann zwei weitere Bergretter, die halfen, den Mann notärztlich zu versorgen und im Rettungssitz zu sichern, so dass ihn der Heli mit der Winde zusammen mit dem Arzt aufnehmen und direkt zur Kreisklinik Bad Reichenhall fliegen konnte. Die beiden Bergretter stiegen zur nächsten Forststraße auf, wurden von ihren Kameraden abgeholt und ins Tal gefahren. Bergretter aus Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger waren gute eineinhalb Stunden im Einsatz.
Am Sonntagnachmittag (28. Juni) gegen 16.30 Uhr hatte ein älterer Herr in der Ludwig-Thoma-Straße über Notruf einen vermeintlichen Gleitschirmabsturz in der Nähe der Padinger Alm am Hochstaufen gemeldet, der sich dann als der orangegelb blühende Baum herausstellte, der bereits in den Vorjahren wiederholt mit einem Gleitschirm verwechselt und über Notruf gemeldet worden war. Die zwölf für eine Gleitschirm-Baumrettung alarmierten Einsatzkräfte in der Wache konnten nach kurzer Zeit wieder nach Hause fahren. Bereits um 9.30 Uhr musste die Bergwacht zum St.-Rupert-Pilgerweg am Högl ausrücken, wo zwischen Urwies und Johannishögl eine 71-jährige Radlerin aus dem nördlichen Landkreis bergauf mit dem Vorderrad hängengeblieben und so unglücklich gestürzt war, dass sie sich schwer am linken Oberarm verletzt hatte. Ihr Mann, die Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger und die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ versorgten sie und flogen sie dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall, wobei der Einsatz der fünf Bergretter in rund einer Dreiviertelstunde vorbei war. Die Reichenhaller Polizei nahm den Unfall auf.
Am Samstagabend (27. Juni) musste der Einsatzleiter gegen 22.50 Uhr aus der Reichenbachstraße über Notruf gemeldete Lichtquellen im Bereich der Bildstöckl-Kapelle am Stadtberg im Lattengebirge abklären, wobei kein alpines Notsignal festgestellt werden konnte. Am Freitagnachmittag (26. Juni) gegen 15.15 Uhr setzten eine 74-jährige Frau und ein 70-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen einen Notruf ab, da sie bei großer Hitze über den Wachterlsteig zur Traunsteiner Hütte wollten, aber im Aufstieg den Steig verloren hatten und schließlich weglos weiter nördlich ganz oben am Bärenkareck nicht mehr weiterfanden. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen und des Alters der Verstiegenen forderte der Einsatzleiter den Polizeihubschrauber „Edelweiß 14“ nach, der zwei Bergretter mit der Winde an der Einsatzstelle absetzte, die die beiden Urlauber in Rettungssitzen sicherten, so dass sie der Heli in zwei Anflügen jeweils zusammen mit einem Retter aufnehmen und nach Oberjettenberg ausfliegen konnte; der Frau ging es nach rund viereinhalb Stunden Aufstieg so schlecht, dass sie sich ärztlich untersuchen lassen wollte, weshalb sie die Bergwacht in die Notaufnahme der Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte.
Am späten Mittwochvormittag (24. Juni) rückten die Bergwacht und eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes zum Haiderhof an der Aschauerklamm bei Oberjettenberg aus, wo eine 75-jährige Radlerin aus Niedersachsen von Unken kommend bergauf am Steilstück über den Lenker abgestiegen war und sich neben diversen Schürfwunden beide Arme verletzt hatte. Die Bergretter brachten die Frau mit der Gebirgstrage bis zum Rettungswagen, mit dem sie dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert wurde. Sechs Bergretter waren gute eineinhalb Stunden im Einsatz.
In der Nacht von Donnerstag (18. Juni) auf Freitag musste die Bergwacht eine internistisch vorerkrankte, erschöpfte und mit Höhenangst blockierte 24-jährige Berlinerin und ihren Freund vom Steig zwischen Steinbergsee und Törlkopf im Lattengebirge retten. Das Duo war nach einer sehr langen Wanderung durchs Lattengebirge verspäten auf dem Rückweg zum Parkplatz in die Dunkelheit geraten und hatte dann gegen 21.30 Uhr den Notruf gewählt, da die Frau ihre Medikamente nicht dabeihatte, keine Kraftreserven mehr und geländebedingt Panik bekommen hatte. Eine Fußmannschaft stieg auf und übernahm die Erstversorgung, bis die nachgeforderte Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 14“ eintraf und das Duo gegen Mitternacht mit zwei Bergrettern und der Winde aufnahm und zum Eisenrichter ausflog, wo eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes die 24-Jährige übernahm und dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall brachte. 13 Bergretter, darunter ein Arzt, waren rund dreieinhalb Stunden im Einsatz; die Bergwacht Berchtesgaden unterstützte und tankte den Heli mit ihrem Kerosinanhänger am Schneewinkl-Landeplatz nach.

