· Einsätze

Bergwacht & „Edelweiß 8“ retten junge Urlauber ohne Licht aus der Gipfelwand des Pidinger Klettersteigs

PIDING – Am Dienstagabend (27. Oktober) mussten die Reichenhaller Bergwacht und die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ zwei unverletzte junge Urlauber aus Nordrhein-Westfalen aus der Gipfelwand des Pidinger Klettersteigs retten. Die 21-jährige Frau und ihr gleichaltriger Begleiter waren am Mittag in den Klettersteig an der Nordseite des Hochstaufens eingestiegen, langsamer als geplant vorangekommen und schließlich ohne Stirnlampen in die Dunkelheit geraten. Kurz nach 18 Uhr setzten sie deshalb beim Wandbuch am oberen Ende der Gipfelwand einen Notruf ab. Die Leitstelle Traunstein alarmierte dann die Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger, die einen nachtflugtauglichen Heli mit Winde nachforderten; die Besatzungen von „Edelweiß 8“ und „Edelweiß 3“ waren gerade bei einer Übung unterwegs und trafen bereits eine Viertelstunde später im Einsatzgebiet ein. „Edelweiß 8“ nahm dann am Landeplatz in Urwies zwei Bergretter auf und setzte sie mit der Winde bei dem Duo ab, das in Rettungssitzen gesichert, dann mit der Winde aufgenommen und ins Tal geflogen wurde. Insgesamt 15 Bergretter waren knapp über zwei Stunden lang im Einsatz.

Der 2003 errichtete Pidinger Klettersteig an der Nordwand des Hochstaufens (1.771 Meter) in den Chiemgauer Alpen ist mit einer Klettersteiglänge von über zwei Kilometern, rund 750 Höhenmetern Wandhöhe, bis zu Schwierigkeitsgrad D (sehr schwierig), zwei Notausstiegsmöglichkeiten und rund 1.300 Höhenmetern im Gesamtaufstieg eine anspruchsvolle alpine Tour, die einschließlich rund eineinhalb Stunden Zustieg, drei bis vier Stunden Klettersteig und zwei bis zweieinhalb Stunden Abstieg insgesamt rund sieben bis acht Stunden dauert.

Am Mittwochnachmittag (28. Oktober) mussten die Bergwachten Teisendorf-Anger und Bad Reichenhall gegen 14.20 Uhr ausrücken und einen erschöpften und erkrankten 78-jährigen Einheimischen holen, der im Abstieg von der Stoißer Alm zum Kohlhäusl oberhalb des Saulochs nicht mehr weiteregekommen war; eine Krankenwagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes brachte den Mann dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall.