· Einsätze

Bergwacht Berchtesgaden im August bereits bei 23 Einsätzen gefordert – 34 weitere Einsätze im Juli absolviert

Einsatz am 9. August in der Watzmann-Ostwand.
Einsatz am 9. August in der Watzmann-Ostwand.
Einsatz am 9. August in der Watzmann-Ostwand.
Einsatz am 9. August am Grünstein.
Einsatz am 9. August am Grünstein.
Einsatz am 9. August am Grünstein.
Einsatz am 9. August in der Watzmann-Ostwand.
Einsatz am 9. August in der Watzmann-Ostwand.

BERCHTESGADEN – Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden waren nach einem anspruchsvollen Juli mit 34 Einsätzen im August bereits bei 23 weiteren Einsätzen gefordert, wobei insbesondere das vergangene Wochenende mit mehreren zeitgleichen Notfällen fordernd war, darunter ein abgestürzter Tandem-Gleitschirm am Grünstein-Klettersteig und Rettungen aus der Watzmann-Ostwand und der Göll-Westwand.

Am Donnerstagmittag (13. August) mussten sie gegen 12.45 Uhr mit dem Fahrzeug zur Jenner-Königsbachalm ausrücken und eine 60-jährige Frau mit einer Knieverletzung holen. Am Sonntagabend (9. August) um 19.30 Uhr brauchten zwei unverletzte Kletterer in der Göll-Westwand Hilfe, da sie am Ende ihrer durchstiegenen Route weder die richtige Abseilstelle noch den Abstiegsweg über den Jägerwieselsteig finden konnten. Da die Zeit wegen der einsetzenden Dämmerung drängte, forderte der Einsatzleiter einen Heli nach: Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ konnte das Duo mit dem Rettungstau aus der Wand in die Scharitzkehl ausfliegen. Vier Bergretter waren bis 21.30 Uhr beschäftigt.

Bereits gegen 14.30 Uhr wurden von anderen Bergsteigern über Notruf Hilferufe einer verstiegenen österreichischen Seilschaft im Bereich der Gipfelschlucht der Watzmann-Ostwand gemeldet, die selbst wegen des fehlenden Handynetzes nicht anrufen konnte; auch die Bergsteiger, die die Rufe gehört hatten, mussten erst bis zur Biwakschachtel aufsteigen, um den Notruf absetzen zu können. „Christophorus 6“ machte sich mit zwei Berchtesgadener Bergrettern auf die Suche, die die Verstiegenen lokalisieren konnten; dann montierte die Besatzung am Hirschwieskopf das Rettungstau und flog die Bergretter bedingt durch das Absturzgelände und die Steinschlaggefahr seitlich versetzt in die Nähe der Einsatzstelle, von wo aus sie querten und zu dem Duo aufstiegen, es sicherten und seilgesichert aus der Steinschlagzone brachten, so dass der Heli in zwei Anflügen alle mit dem Tau ausfliegen konnte. Fünf Bergretter waren bis 18 Uhr eingesetzt.

Am Sonntagvormittag brauchte gegen 10.45 Uhr eine 54-jährige Einheimische mit einer sehr schmerzhaften ausgerenkten Kniescheibe knapp unterhalb des Grünsteingipfels Hilfe. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ setzte Notarzt und Bergretter mit der Winde ab, die die Frau versorgten und im Rettungssitz sicherten, so dass sie der Heli mit der Winde aufnehmen und nach Schneewinkl ausfliegen konnte; von dort aus gings mit einem Rettungswagen des Reichenhaller Roten Kreuzes weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall; vier Bergretter waren im Einsatz. In der Früh musste „Christoph 14“ kurz nach 8.30 Uhr zum Kärlingerhaus am Funtensee fliegen und eine Frau mit Knöchelverletzung vom Vortag abholen und zur Kreisklinik Bad Reichenhall fliegen, die selbst nicht mehr absteigen konnte und eine medizinische Versorgung brauchte. 

Am Samstagabend (8. August) wurden gegen 21.30 Uhr über Notruf Lichtquellen am Hohen Göll und in der Watzmann-Ostwand gemeldet, die die Bergwacht abklären musste, wobei sich keine Anzeichen auf ein bewusst abgesetztes alpines Notsignal ergaben. Um 15 Uhr war am Obersee eine 83-jährige Sächsin mit Kreislaufproblemen zusammengebrochen; „Christoph 14“ flog mit Notarzt und Bergretter direkt zur Einsatzstelle und brachte die versorgte Frau dann nach Schneewinkl, wo sie eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm und in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte.  Kurz nach 12.30 Uhr ging ein Notruf aus der Göll-Schusterroute ein, wo ein 53-Jähriger aus dem Landkreis Altötting abgestürzt und schwer verletzt im Absturzgelände liegengeblieben war. „Christoph 14“ war bereits am Grünstein im Einsatz, wurde dort abgezogen und setzte zunächst den Notarzt und einen Bergretter und in einem weiteren Anflug zur Unterstützung bei der medizinischen Erstversorgung einen weiteren Bergretter ab; der notärztlich Versorgte wurde dann zur Klinik geflogen. Bereits gegen 11.50 Uhr meldete ein Bergsteiger aus dem Grünstein-Klettersteig über Notruf, dass gerade in seiner Nähe ein Tandem-Gleitschirm abgestürzt sei; die Leitstelle schickte sofort „Christoph 14“ und die Bergwacht los, wobei der Heli den Notarzt und zwei Bergretter zur Unfallstelle brachte, die rasch Entwarnung geben konnten, da der 29-Jährige aus dem Salzburger Land und sein Fluggast den Unfall wie durch ein Wunder unverletzt überstanden hatten. Bei den beiden zeitgleichen Einsätzen am Grünstein und am Göll waren sieben Berchtesgadener Bergretter gefordert.

Am 6. August musste „Christoph 14“ gegen 16.20 Uhr eine gestürzte und verletzte 60-Jährige vom Kärlingerhaus holen. Am 4. August war die Bergwacht gegen 18.20 Uhr gemeinsam mit einer Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes zur Erstversorgung eines gestürzten älteren einheimischen Rollerfahrers auf der Vorderbrandstraße und kurz nach 15 Uhr mit „Martin 1“ für einen beim Start verunfallten Gleitschirmpiloten mit Beinverletzung am Jenner im Einsatz. Am 3. August ging es kurz nach 12.30 Uhr mit „Christophorus 6“ wegen einer internistischen Erkrankung zum Jenner-Königsweg und gegen 12 Uhr gemeinsam mit der BRK-Wasserwacht wegen einer Fußverletzung zu einer 54-jährigen Kanadierin am Obersee. Am 2. August unterstützte die Bergwacht kurz nach 16 Uhr die Feuerwehr Bischofswiesen bei einem Vegetationsbrand an der Siegellahnerforststraße auf der Westseite des Untersbergs. Kurz nach 14 Uhr war sie gemeinsam mit einer Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes wegen einer schweren Knieverletzung bei einem 42-Jährigen an der Hochlenzer-Rodelbahn. Am 1. August ging es gegen 8 Uhr wegen einer Fußverletzung zur Gotzenalm.

Am 31. Juli war die Bergwacht gegen 16 Uhr zusammen mit „Christoph 14“ für einen auf der Göll-Nordostseite Verstiegenen im Einsatz. Am 30. Juli fand gegen 19.45 Uhr ein Einsatz mit „Christoph 14“ für einen im Bereich der Gipfelschlucht südlich unterhalb der Biwakschachtel in der Watzmann-Ostwand Verstiegenen statt. Am 29. Juli wurde gegen 14.45 Uhr mit „Christoph 14“ eine erschöpfte junge Frau unterhalb des Göll-Archenkopfs ausgeflogen; gegen 12.20 Uhr ging es ebenfalls mit „Christoph 14“ wegen einer akut Erkrankten zur Jenner-Bergstation. Am 28. Juli war die Bergwacht gegen 20.45 Uhr mit „Edelweiß 7“ für drei Erschöpfte an der Sigeretplatte und gegen 18.45 Uhr mit „Christoph 14“ für einen Bewusstlosen am Kärlingerhaus im Einsatz. Am 26. Juli wurde gegen 8.50 Uhr mit „Christoph 14“ eine in der Saugasse abgestürzte und mittelschwer verletzte 58-Jährige aus Hessen gerettet. Am 25. Juli rückte die Bergwacht gegen 17.30 Uhr mit „Edelweiß 7“ für zwei an der Brettgabel Verstiegene und gegen 14 Uhr für eine mit dem Fahrrad unterhalb der Gotzenalm gestürzte elfjährige Einheimische aus. Am 23. Juli war die Bergwacht gegen 16.30 Uhr wegen einer 21-Jährigen aus Baden-Württemberg mit einer Fußverletzung am Jenner-Krautkaser und gegen 9 Uhr wegen über Notruf gemeldeter Leuchtraketen am Silberg-Truppenübungsplatz im Einsatz.

Am 22. Juli war die Bergwacht gegen 17.40 Uhr mit „Christoph 14“ und „Martin 1“ wegen zweier beim Abstieg vom Hohen Brett verstiegener und verletzter zwölf und 17 Jahre alter Kinder im Einsatz. Kurz nach 15 Uhr ging es mit „Christophorus 6“ wegen einer Erschöpfung zum Grünstein-Klettersteig und gegen 14.15 Uhr wegen Kreislaufproblemen zu einer 66-Jährigen aus Vorpommern an der Jenner-Königsbachalm. Am 21. Juli fand gegen 15.45 Uhr ein Einsatz wegen einer älteren, umgeknickten Frau mit Fußverletzung am Grünstein statt. 

Am 19. Juli flog „Christoph 14“ gegen 8 Uhr wegen eines erkrankten 27-Jährigen zum Kärlingerhaus. Am 16. Juli wurde um 17.40 Uhr mit „Christoph 14“ ein akut erkrankter 60-jähriger Hesse in der Göll-Schusterroute versorgt und ausgeflogen; kurz nach 13 Uhr flog „Christoph München“ wegen einer Erkrankung zur Wasseralm in der Röth. Am 14. Juli war die Bergwacht gegen 19.45 Uhr gemeinsam mit dem Landrettungsdienst des Roten Kreuzes wegen eines am Schapbachweg gestürzten und schwer verletzten 55-jährigen einheimischen Radlfahrers und gegen 15.30 Uhr wegen eines gestürzten und verletzten 69-jährigen Unterfranken an der Priesbergalm im Einsatz. 

Am 11. Juli rettete die Bergwacht kurz nach 17 Uhr mit „Christoph 14“ eine auf der Jenner-Westseite rund zwei Meter abgestürzte und verletzte Frau. Am 10. Juli wurde kurz nach 13 Uhr eine Frau mit Knieschmerzen am Jenner-Mitterkaser abgeholt. Am 9. Juli ging es kurz nach 14.30 Uhr mit „Christoph 14“ wegen eines Sturzes mit Rippenverletzung zur Gotzenalm. Am 5. Juli war „Martin 6“ wegen einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich an der Wasseralm im Einsatz und die Bergwacht gegen 10.15 Uhr mit „Christoph 14“ wegen einer verletzten Frau im Röthsteig (wir berichteten). Am 29. Juni musste die Bergwacht gegen 10 Uhr wegen Knieschmerzen im Abstieg von der Gotzenalm ausrücken. Am 27. Juni war sie gegen 16 Uhr gemeinsam mit der Wasserwacht wegen zweier am Königssee-Ostufer verstiegener und erschöpfter 18 und 19 Jahre alter Frauen aus Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Zeitgleich rettete sie mit „Edelweiß 14“ zwischen Großem Archenkopf und Hohen Brett eine Frau mit Hitzeerschöpfung; gegen 13 Uhr waren die Bergretter bereits mit „Edelweiß 14“ wegen des in der Göll-Westwand tödlich Abgestürzten im Einsatz (wir berichteten). Am 26. Juni ging es gegen 15.30 Uhr wegen einer verletzten 48-jährigen Berlinerin mit dem Fahrzeug zur Gotzenalm.

„Herzlichen Dank an das stets hilfsbereite Team des Kempinski Hotels am Obersalzberg, das uns regelmäßig bei Einsätzen und Übungen unterstützt und immer wieder unkompliziert den Heli-Landeplatz nutzen lässt“, lobt Bereitschaftsleiter Franz Gummerer.