BAD REICHENHALL/NONNER OBERLAND – Drei 17, 20 und 22 Jahre alte Männer aus Hessen sind am Sonntagnachmittag im Aufstieg über den winterlichen alpinen Steig über die Steinernen Jäger am Hochstaufen in Bergnot geraten. 21 Bergretter der Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger und zwei Helis waren bis zu acht Stunden lang im Einsatz, da mehrere Rettungsflüge wegen Nebel und Schneefall scheiterten.
Das Trio hatte gegen 13.15 Uhr im Aufstieg in rund 1.550 Höhenmetern den Notruf gewählt, da der 22-Jährige bedingt durch das durch den Neuschnee verschärfte alpine Absturzgelände und die feuchtkalte Witterung am Ende seiner körperlichen und psychischen Kräfte war; seine beiden Kameraden hätten eigentlich noch weiter aufsteigen können, blieben aber vor Ort und leisteten Erste Hilfe, bis die Bergwacht eintraf. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ schaffte es kurz vor 14 Uhr ein günstiges Wolkenfenster zu nutzen und zwei Bergretter vom südlichen Landeplatz am Flatscherreindl im Nonner Unterland an die Nebeluntergrenze in rund 1.150 Höhenmetern knapp oberhalb der Buchmahdhütte zu fliegen und dort mit der Winde abzusetzen, die sofort weiter zu Fuß aufstiegen, gegen 15 Uhr an der Einsatzstelle ankamen und die mittlerweile alle drei frierenden Männer mit ihrer Notfallausrüstung erstversorgten und gegen die Kälte schützten.
Währenddessen und im weiteren Verlauf waren jeweils vier weitere Einsatzkräfte von der Nordseite über die Hockeralm und von der Südseite über den Pfarrerboden losgegangen, um den Voraustrupp mit umfangreicher Wärme- und Alpinausrüstung zu unterstützen, darunter auch der Angerer Bergwacht-Notarzt. „Christoph 14“ konnte aufgrund eines technischen Defekts an der Winde keine weiteren Flüge mehr durchführen und wurde gegen 15.15 Uhr durch die nachgeforderte Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ abgelöst, die am wetterbedingt zusätzlich eingerichteten zweiten Landeplatz in Urwies einen weiteren Bergretter aufnahm, dann in einem günstigen Moment um 15.30 Uhr die Einsatzstelle zwar anfliegen, aber den Erschöpften nicht mehr mit der Winde retten konnte, da sich das Wolkenfenster bereits wieder schloss und sich bis in die Dunkelheit hinein auch nicht mehr öffnete, so dass der Heli nach einem Tankstopp am Salzburger Flughafen wieder zurück zum Flughafen nach Erding flog. Die Bergwacht Traunstein hatte aufgrund des großen Zeitdrucks durch die umherziehenden Wolken und die anspruchsvollen Sichtflugbedingungen extra ihren Notbetankungsanhänger nach Reichenhall gefahren, der dann aber nicht mehr benötigt wurde.
Obwohl die Lage an der Einsatzstelle zunächst recht bescheiden erschien, da der 22-Jährige weiterhin erschöpft war, gegen 16.30 Uhr weiterer Schneefall einsetzte und auch die beiden Begleiter durch die lange Zeit ohne Bewegung unter der Kälte litten, meldete sich völlig unerwartet gegen 15.45 Uhr der Wirt des eigentlich bereits geschlossenen Reichenhaller Hauses, der oben auf der Hütte war und anbot, die in Not Geratenen bei sich aufzunehmen. Der Voraustrupp und die vier von der Nordseite nachgerückten Kräfte schafften es dann sehr langsam mit dem Trio seilversichert weiter aufzusteigen und trafen gegen 17.20 Uhr an der Hütte ein; zwei weitere Einsatzkräfte von der Südseite rückten nach, wobei der Wirt dann alle versorgte und verpflegte und die Geretteten über Nacht bei sich aufnahm. Die insgesamt acht Einsatzkräfte stiegen gemeinsam über die Nordseite zu den Arzkasten ab und wurden mit zwei Fahrzeugen abgeholt, wobei kurz nach 21 Uhr wieder alle sicher im Tal waren.
















