· Einsätze

76-Jähriger stirbt bei 150-Meter-Absturz vom Rinnkendlsteig auf der Königssee-Westseite

Klein, Bergwacht
Einsatz im Rinnkendlsteig am 19. August.
Einsatz im Rinnkendlsteig am 19. August.
Steiger, Bergwacht
Ostwand-Einsatz am 14. August.
Ostwand-Einsatz am 14. August.
Ostufer-Einsatz unterhalb des Nassen Palfens am 14. August.
Ostufer-Einsatz unterhalb des Nassen Palfens am 14. August.
Ostufer-Einsatz unterhalb des Nassen Palfens am 14. August.
Ostufer-Einsatz unterhalb des Nassen Palfens am 14. August.
Ostufer-Einsatz unterhalb des Nassen Palfens am 14. August.
Ostufer-Einsatz unterhalb des Nassen Palfens am 14. August.
Ostufer-Einsatz unterhalb des Nassen Palfens am 14. August.
Steiger, Bergwacht
Ostwand-Einsatz am 14. August.
Ostwand-Einsatz am 14. August.
Steiger, Bergwacht
Ostwand-Einsatz am 14. August.
Ostwand-Einsatz am 14. August.
Klein, Bergwacht
Einsatz im Rinnkendlsteig am 19. August.
Klein, Bergwacht
Einsatz im Rinnkendlsteig am 19. August.
Klein, Bergwacht
Einsatz im Rinnkendlsteig am 19. August.
Einsatz im Rinnkendlsteig am 19. August.

Bergwacht Berchtesgaden allein am vergangenen Freitag bei zehn teilweise zeitgleichen Einsätzen gefordert

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE – Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden waren am vergangenen Wochenende bei 13 teilweise zeitgleichen Einsätzen gefordert, davon allein zehn am sehr intensiven Freitag. Am Mittwochnachmittag (19. August) stürzte kurz nach 14.30 Uhr ein 76-jähriger Wanderer aus dem Landkreis Rosenheim rund 150 Meter tief vom Rinnkendlsteig an der Westseite des Königssees ab, den seine Begleiter und die Einsatzkräfte trotz aller Mühen nicht mehr retten konnten.

Die anderen Wanderer hatten bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf abgesetzt, die sofort die Bergwacht Berchtesgaden und den Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ alarmierte, die die Einsatzstelle unterhalb des Steigs innerhalb weniger Minuten mit dem Rettungstau anflogen, aber nur noch den Tod feststellen konnten und dann mit dem Tau die betroffenen Begleiter nach Bartholomä ausflogen, die dann der nachalarmierte Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht betreute. Weitere Bergretter waren zu Fuß über den Rinnkendlsteig aufgestiegen. Die BRK-Wasserwacht transportierte mit ihrem Rettungsboot Einsatzkräfte und Betroffene zwischen Sankt Bartholomä und der Seelände. Sechs ehrenamtliche Bergretter, zwei Polizeibeamte der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) und die Besatzung eines Polizeihubschraubers waren im Einsatz und bargen den Toten.

Am frühen Dienstagnachmittag (18. August) brauchten eine 51-jährige Berlinerin mit Knieproblemen und ihr unverletzter Begleiter am Grünsee im Steinernen Meer Hilfe; der wegen des fehlenden Handynetzes erst gegen 14.30 Uhr über einen weiteren Bergsteiger am Kärlingerhaus gemeldete Einsatz war wegen des schlechten Wetters mit tiefen Wolken und Nebel zunächst schwierig, die Besatzung des Pongauer Notarzthubschraubers „Martin 1“ schaffte es dann aber bis zum Kärlingerhaus, wo die Verletzte mittlerweile mit Hilfe ihres Begleiters eingetroffen war und dann ins Tal geflogen werden konnte; „Martin 1“ war zuvor bereits am Schneewinkl-Landeplatz, um die Berchtesgadener Bergretter für eine Suche nach der Einsatzstelle an den Funtensee zu fliegen, was dann aber nicht mehr notwendig war.

Am Sonntagmorgen (16. August) mussten sie kurz nach 7 Uhr zusammen mit der Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ zum Hochsäul im Hagengebirge fliegen, wo eine akut internistisch erkrankte Bergsteigerin aus dem mittleren Landkreis notärztliche Hilfe brauchte, die die Heli-Besatzung dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall transportierte. Am frühen Samstagnachmittag (15. August) hatte sie eine 22-jährige Münchnerin am Königssee-Ostufer unterhalb der Rabenwand am Knie verletzt und gegen 14 Uhr den Notruf gewählt. Wasserwacht und Bergwacht rückten aus, versorgten sie und fuhren sie mit dem Boot zur Seelände, wo sie die Krankenwagen-Besatzung des Freilassinger Roten Kreuzes übernahm und dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte. Bereits gegen 12.30 Uhr brauchten zwei erschöpfte ältere Männer aus Niederbayern im Grünstein-Klettersteig Hilfe. Die Bergwacht rettete sie zusammen mit „Christoph 14“ per Winde und übergab den 67-Jährigen an eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes, die ihn in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte.

Am Freitagabend (14. August) wurde gegen 19.30 Uhr ein mutmaßlich Vermisster am Hohen Göll gemeldet, der eigentlich über die Schusterroute zum Purtschellerhaus absteigen wollte, sich aber noch nicht zurückgemeldet hatte, dann aber wieder auftauchte, bevor die Bergwacht mit der Suche begann. Bereits gegen 16 Uhr mussten Bergwacht und Wasserwacht mit dem Rettungsboot ans Königssee-Ostufer ausrücken, wo sich kurz vor der Einmündung des Königsbachs ein 27-Jähriger aus Niedersachsen an der Schulter verletzt hatte, der dann versorgt und mit dem Boot zur Seelände gefahren wurde, wo ihn eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm und in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte. Kurz nach 14 Uhr brauchte ein beim Abstieg vom Schneibstein über die Kleine Reibe zum Seeleinsee am Fuß verletzter 62-Jähriger aus Niedersachsen Hilfe, den die Bergwacht mit „Christoph 14“ notärztlich versorgte, ins Tal flog und an eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übergab; da vor Ort kein Handynetz war, wurde der Einsatz über das Notruftelefon an der Freilassinger Bergwacht-Diensthütte abgesetzt.

Gegen 13.30 Uhr war eine 50-Jährige aus Niederbayern an der Gotzenalm mit dem Radl gestürzt, wobei sie sich im Gesicht verletzt hatte; die Bergwacht versorgte sie und fuhr sie nach Hinterbrand, wo sie die Krankenwagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm. Kurz nach 13 Uhr hatte sich zwei Männer aus dem Tennengau am Torrener Joch am Fuß verletzt, die die Bergwacht zusammen mit „Christoph 14“ notärztlich versorgte; der schwerer Verletzte wurde dann zum Salzburger Landeskrankenhaus geflogen und der leichter Verletzte nach Hinterbrand gefahren, wo ihn die Krankenwagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm und zusammen mit der 50-jährigen Radlfahrerin von der Gotzenalm in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte. 

Gegen 12.30 Uhr brauchte eine Familie aus Niedersachsen die Bergwacht, da sich die 35-jährige Mutter am Königssee-Ostufer unterhalb des Nassen Palfens am Unterschenkel verletzt hatte. Die Bergwacht, die Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot und „Christoph 14“ rückten aus, versorgten die Frau und retteten sie per Winde mit dem Heli; eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes fuhr sie dann zusammen mit dem 62-Jährigen vom Seeleinsee von Schneewinkl aus zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Die Bergwacht brachte den Mann, das einjährige Kind und die beiden Hunde zum Boot hinab, mit dem sie zur Seelände zurückgefahren wurden. Gleichzeitig brauchte ein akut erkrankter 26-Jähriger aus dem Landkreis Mühldorf im Grünstein-Klettersteig Hilfe; „Christoph 14“ setzte Arzt und Bergretter mit der Winde ab, die  ihn stabilisierten und sicherten, so dass ihn der Heli mit der Winde aufnehmen und nach Schneewinkl fliegen konnte, wo ihn eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm und zu einem niedergelassenen Arzt fuhr. Gegen 10.40 Uhr war eine 32-jährige Radlerin aus Nordrhein-Westfalen zwischen Gotzental und Seeau gestürzt; die Bergwacht versorgte sie und fuhr sie ins Tal; von dort aus gings mit dem Krankenwagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Bereits in der Früh hatte kurz nach 7 Uhr ein 49-jähriger Urlauber den Notruf gewählt, da er nach der Watzmann-Gratüberschreitung versehentlich nicht über die Südspitze ins Gries, sondern über die Watzmann-Ostwand in Richtung Königsseetal abgestiegen war und im brüchigen Absturzgelände in knapp über 2.500 Höhenmetern nicht mehr weiterkam. Da zunächst keine Ortung möglich war, alarmierte die Leitstelle erst die für den Südspitzabstieg zuständige Bergwacht Ramsau, konnte dann aber die genaue Position ermitteln. „Christoph 14“ flog zwei Berchtesgadener Bergretter in die Ostwand, die den Unverletzten so sicherten, dass ihn der Heli mit der Winde aufnehmen und ins Tal fliegen konnte.